Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennt

Kurze Anekdote, eigentlich keinen eigenen Artikel wert. Aber ich bin eben mal mein Indien Notizbuch überflogen und an einer Stelle hängen geblieben.

Eigentlich eine sehr schöne Stelle, aber irgendwie ist die Geschichte im Chaos der Reise untergegangen.

„..Spricht einen in Varanasi ein Inder auf offener Straße und in Englisch an, ist er ein Betrüger….“ So in etwa sagt es der Reiseführer und er hat wahrscheinlich auch zu 90% Recht. Was man allerdings erlebt, wenn man sich auf die 10% einlässt, davon will ich berichten.

Es war in besagtem Varanasi, oder Benares, oder Kashi. Wie auch immer man die älteste Stadt der Welt auch nennen möchte. Der Abend des vierten Februar war lau und die Gangesufer – die Ghatts – waren voller Menschen. Wir mischten uns unters Volk, ließen uns durch die engen Gassen der Altstadt treiben.

Immer hinterher...

Irgendwann sprach uns eine Gruppe Jugendlicher an. „Excuse me“ „Hellloooo“, wie man halt auf einer indischen Straße angelabert wird um ein Boot zu mieten, Drogen zu kaufen oder eine Prostituierte zu buchen. Routiniert wie auch zungenfertig ließen wir ein „no thank you“ zurückschnellen. Wie ein Florett durchschnitten die Worte die Luft und trafen die Gruppe mit voller Wucht. Etwas verwundert schauten sie sich an, versuchten es dann aber doch noch einmal. Auch bei uns war positives Misstrauen geweckt: Eigentlich wird man nicht von Gruppen angesprochen, sondern immer von einzelnen Schleppern. Noch dazu waren diese Jungs offensichtlich angetrunken und, vielleicht am wichtigsten: Nach der Anrede kam einfach kein Versuch uns irgendwas zu verkaufen. Wie sollte man also mit dieser Situation umgehen?

Stillschweigend fassten wir den Entschluss, auf die Jungs einzugehen. Ein richtiger Entschluss wie sich herausstellte.

Dilraj und seine Kumpels, waren mit ihrer Basketballmannschaft eigens aus dem Punjab angereist um an einem Turnier in Varanasi teilzunehmen. Wie sich herausstellte nicht besonders Erfolgreich, aber einen Vorwand zum Alkoholtrinken bot das Spektakel allemal. Losgelöst von den Familien zu Hause und den Zwängen ihres sozialen Umfeldes ließen sie sich einfach mal gepflegt vollaufen.

Der Magen wächst mit seinen Aufgaben...

In diesem Stadium der Erleuchtung, wie man in Indien sagt, hatten sie dann irgendwann auch den Mut, zwei fremde, ausgesprochen gut aussehende Touristen anzusprechen und um ein Foto zu bitten. Wohl bemerkt wollten sie weder ein Foto von uns machen, denn sie hatten keine Kamera. Sie wollten aber auch nicht, dass wir sie fotografieren. Sie wollten ein Foto MIT UNS. Ich kann nur mutmaßen, aber vermutlich sollten damit die daheimgebliebenen Freunde beeindruckt werden. Eventuell sollte auch ein Artikel unter der Überschrift: „Punjab Globetrotters party with european Celebreties“ in der Collegezeitung erscheinen.

Gut gelaunt spielten wir mit, ließen uns umarmen und posierten für unsere Kameras. Es kamen einige durchaus respektable Aufnahmen dabei heraus und wir versprachen, diese per eMail ins ferne Punjab zu schicken.

Nach dem Shooting wurden wir eingeladen mit unseren neuen Freunden die Altstadt unsicher zu machen.

Wir zogen uns zur geheimen Besprechung zurück: Es waren fünft fremde Inder. Es war schon spät, womöglich waren sie bewaffnet. Wir kannten sie keine viertel Stunde, Sie waren angetrunken und wollten uns überreden mit ihnen in die engen, dunklen Altstadtgassen zu kommen.

Kurz darauf sausten wir durch das Labyrinth enger Sträßchen, durch die Dunkelheit, immer unseren neuen Freunden hinterher. Ein Spaß ohne Grenzen!

Irgendwann gelangten wir an eine Bude. Der Besitzer rührte einen gelblichen Schaum und verkaufte ihn zu kleinen Portionen in Tonschüsselchen. Die eigens für Indien im Unterbewusstsein installierte Hygienewarnlampe fing an hektisch zu blinken, aber wir waren so euphorisch, dass uns nichts aufhalten konnte. So kossteten wir gleich zwei Portionen. Teilten sie mit unseren neuen Freunden, benutzten alle den gleichen Löffel und vor allem hatten wir einen Riesenspaß dabei!

Nachts sind die Straßen wie leergefegt...

Eigentlich wollten wir noch gemeinsam essen gehen, aber in der Altstadt Varanasis gibt es nur vegetarische Kost und unsere Begleiter waren waschechte Sikhs. Alle männlichen Sikhs tragen den Nachnamen Singh. Übersetzt bedeutet das Löwe und wie echte Löwen wären sie heute nicht mit einer Portion Paneerkäse zufrieden zu stellen gewesen.

Um allerdings mit dem Taxi ans andere Stadtende zu fahren fehlte uns die Energie und so trennten sich unsere Wege. Die Löwen gingen weiter auf die Jagd und die europäischen Lämmer begnügten sich mit einem köstlichen vegetarischen Gericht bei Keshari’s unserem Restaurant-Geheimtip in Varanasi.

Das Man Boon Krong in Bangkok

Scheinbar muss jede asiatische Metropole eins haben. In Bangkok ist es das „MBK“, in Delhi der „Palika Bazaar“ und in Peking das „77th Street“. Die letzten beiden befinden sich tatsächlich unterirdisch. Im MBK kommt’s einem nur so vor.

Bei dem genannten Trio handelt es sich um Shoppingcenter. Genauer: Um Departmentstores, also große Gebäude voller kleiner Buden und Stände.

Der Palika Bazaar in Delhi

Bude ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Mehr als ein alter Tisch und ein paar an Kleiderbügeln aufgehängte T-Shirts haben die Läden meist nicht zu bieten. Wobei ich vielleicht auch untertreibe…. Es können durchaus 2000 an Kleiderbügeln aufgehängte T-Shirts sein. Wobei man sich nicht so aufs textile versteifen darf. Eigentlich bekommt man hier alles. Vom gefaketen Poloshirt über Bücher, Goldschmuck, Handys, Sexspielzeug, Geburtstagstorten, Haarschnitte, Sushi und – ich bin mir sicher, in irgendeiner dunklen Ecke werden bestimmt auch Abtreibungen und / oder Geburten erledigt, Ganz nach Kundenwunsch. Eins bekommt man aber in allen Shoppingcentern: Man bekommt die Taschen gelehrt. Nicht auf die böse, diebische Art!

Das 77th Street in Beijing

Aber man kauft so viel Plunder und Gerümpel. Schließlich schaffen die Händler es dann auch noch, einem das gute Gefühl zu geben, einen Top-Preis rausgeschlagen zu haben, dass man fast ein schlechtes Gewissen bekommt…

Die drei Center stehen auch nur stellvertretend auf der Bühne. Ich bin mir sicher, dass jede asiatische Metropole ein Pendant zu bieten hat, aber das kenne ich dann noch nicht. Und über Unbekanntes will ich nicht schreiben.

Im September geht es ja vorrangig nach Thailand, aber wer weiß schon, wohin der Weg uns von da aus weht. Vielleicht können wir dem Trio noch einen vierten Kumpanen hinzufügen.

Auch wenn Quattro markenschutztrechtlich nicht so leicht von den Lippen geht.

Mein freundlicher Bankier

Es war mal wieder soweit. Die BAR-Reserven der Landeswährung waren verprasst und ich wollte ein paar Euros tauschen. Eigentlich nirgendwo auf der Welt ein Problem….

Nirgendwo? Neeeeeeiiiiiiin…. In Zentralasien scheint sich da eine Art Runninggag zu entwickeln…

Fleißige Leser erinnern sich bestimmt an Flos verlorene Stunde in Simla, oder mein Glück mit der ehrlichen Bankersfrau in Gangtok?!? Das war Indien, ich hätte nicht gedacht, dass man da irgendwo anders auf der Welt noch rankommt.

PAH!
Die Chinesen wollen an die Weltspitze, in allem! Irgendjemand hat ihnen nun wohl gesteckt, dass die Inder die bürokratischsten Menschen der Welt sind. Das kann und will sich der geliebte Führer, äh, ich mein die Partei (Die Partei – Die Partei) nicht gefallen lassen.

Resultat dieser Bemühungen: Ich habe heute 45 Minuten in einem bequemen Lehnsessel gelegen und auf mein Urteil gewartet. Erst erschien alles ganz leicht…. Ich sollte eine Nummer ziehen, doch das hat sofort die Nummer-zieh-Frau für mich erledigt und mich auch gleich zu meinem besagten Lehnsessel eskortiert. Dann musste ich die 100€ sowie meinen Reisepass rüber wachsen lassen und dann konnte das Spiel beginnen. Zuerst durchlief mein Ausweis die Hände jedes einzelnen Angestellten bis zum Direktor. Jedes mal verfinsterten sich die Mienen mehr. Schließlich kam man zu mir. Ich rechnete inzwischen mit der Ausweisung oder gar der Zwangskomunion! Doch dann die Frage: “Where are you from” Mein schüchternes “Germany” konnte alle Zweifel entlkräften. Es handelte sich nicht um einen gefälschten Taiwanesischen Büchereiausweis! Das Stück Pappe kam aus Deutschland. “Aber jetzt” “schnell schnell”

Hot or Not für Banker :)

Weiter im Programm: Aus einer der untersten Schubladen aus einem der hintersten Schränke brachte man ein Gerät, chinesischer Machart, das Blüten innerhalb weniger Sekunden entlarvt. Nunja… genau das tat es. Meine 50€ Scheine waren also gefälscht… Oder? Nochmal durch… wieder Alarm. Nochmal durch… wieder Alarm. Wie das halt so ist bei chinesischer Technik, dachten wohl auch die Banker und wechselten nun zur zweit genausten Entlarvungsmethode: “gegen’s Licht halten”  Diesmal schienen die Scheine zu halten, was meine Hausbank mir versprochen hatte. Man brauchte allerdings noch ein Formular…. Zuletzt hatte man es Mitte der 90er Jahre gebraucht, aber man würde es schon finden… Tat man auch. Erneut war ein Dutzend Banker mit der korrekten Ausfülltechnik beschäftigt. Ich hatte inzwischen meinen Reiseführer halb durchgearbeitet und schaute nur noch minder interessiert zu.

Irgendwann war es aber überstanden, ich erhielt mein Geld, musste zwei Unterschriften leisten, mein Reisepass war eh schon kopiert worden und zum krönenden Abschluß wurde ich eingeladen auf einer kleinen Tastatur den Service meines Kassierers zu bewerten. Ich drückte diplomatisch auf „very good“ und aus dem Lautsprecher erklang ein blechernes: „Xièxiè“ – Zu deutsch: Vielen Dank.

Ich erntete ein aufrechtes chinesisches Lächeln, und hey: Dafür sind die Jungs berühmt.

So war dann auch ich entschädigt

No Entry? Typisch China!

Unverhofft kommt oft! Unter diesem Motto sitze ich gerade in einem Costa-Kaffeehaus in Beijing. Nicht weil ich ein Freund von Costa bin, ich kenn den Typen nicht mal. Aber Costa und seine Jungs versorgen den Connaisseur gerösteter Kaffeebeeren eben auch mit kostenlosem Wi-Fi. Wie viele IT-Freaks wohl so mit der Zeit zu Kaffeekennern geworden sind…. Costa schweigt.

Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass ich mein wochenende nicht am Wildunger Markt- sondern am Tian’Anmenplatz verbringen darf.

Den Pazifisten wird’s freuen: Von Panzern keine Spur!

Angekommen in Beijing. Immerhin hab ich fast den ganzen Flug verpennt, das hab ich vorher nur in Indien geschafft. Aber ich war auch wirklich am Limit meiner Kräfte und bin auch jetzt weit weit weg von ausgeruht.

Also bin ich aus dem Flugzeug gepurzelt, vor dem Gepäckband zum liegen gekommen und tadaaaa: Mein Rucksack war schon da J

Bei meinem alten Kumpel Costa

So konnte der Tag weitergehen! Ein Taxi geschnappt, zum Hotel gedüst und siehe da: nach 10min bin ich schon da!  – Ok der ausgehandelte Preis lies mehr auf einen mehrtägigen Trip mit Übernachtung schließen, aber egal.

Also eingecheckt – um 7:00 morgens geht das auch nicht überall, und erstmal unter die Dusche.

Das Zimmer ist sehr schön und ich könnte mich richtig wohl fühlen, müsste ich nicht morgenfrüh schon wieder ausziehen.

Ich bin nämlich nur von Samstagmorgen bis Sonntagmittag in Peking. Danach wieder im schnöden Deutschland. Aber Asienjunkies geben sich auch mit dem schnellen Methadon-Kick zufrieden eh es im September nach Thailand geht.

Größter Wehmutstropfen ist sicherlich, dass ich allein reise. Das macht alles langweiliger und mich selbst antriebsloser. Wen juckt, was hinter der nächsten kurve kommt, wenn ich’s keinem zeigen kann. Wenn ich dann zu Hause davon erzähle glaubts mir ja eh keiner.

Wie sagt man so schön: Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt.

Sehr schöner und wahrer Spruch muss ich sagen.

Neues folgt in Bälde

Die legendäre, schreckliche, liebenswerte Khao-San Rd.

Es wird immer konkreter. Flüge sind gebucht, zwei Hotels ausgeguckt und auch das Reisefieber steigt bedrohlich. Am 10.09. entschwinden wir mit Thai Airways nach Bangkok. Wir können es kaum erwarten.

Es gibt aber eine entscheidende Änderung in der Besetzung. Die letzte größere Tour durch Nordindien habe ich ja mit meinem Mitstreiter Flo bestritten. Diesmal habe ich die große Ehre und das ganz besondere Vergnügen, meine Freundin Sarah als Begleiterin mit zu nehmen. Es wird unsere erste gemeinsame Reise und bestimmt eine ganz ganz Tolle J

Unsere Planung sieht vor, zuallererst zwei bis drei Nächte in BKK zu bleiben und uns ein wenig an das Klima im September und das thailändische Lebensgefühl anzupassen.

Wie es dann weitergeht ist allerdings noch nicht entschieden. Wahrscheinlich werden wir wieder südwärts ziehen, ganz vielleicht aber auch gen Osten, Richtung Kambodscha, Vietnam und schließlich Phu Quoc.

Leichter wäre es natürlich auf bekannten Pfaden zu wandern und über Ban Krut, Chumphon und Surathani bis in die Krabi Region auf der Andamanenseite zu reisen… Aber wie schon gesagt: Das sehen wir dann.

Jetzt gilt es die verbleibenden Wochen bis zur Abreise zu verbrauchen. Es kann nicht schnell genug gehen

Hallo lieber Reisefreund,

BKK steht für Bangkok :)

die Tatsache, dass du meinen neusten Beitrag liest, den ersten seit Monaten, kann nur zwei Gründe haben:

Entweder du bist unerschütterlich in deinem Vertrauen und deinem Glauben in mich und schaust seit März täglich hier herein um nach Neuigkeiten Ausschau zu halten, oder du wurdest einfach direkt von mir auf einen neuen Beitrag hingewiesen…

Wahrscheinlich das zweite, stimmt‘s?

Keine Schande!  Was ich ja bloß loswerden möchte ist: Es geht wohl bald wieder auf Reisen.

Meine Freundin Sarah hat im September einige Tage frei und ich versuche jetzt mein Möglichstes, meinen bereits für August bewilligten Urlaub zu  verschieben. Wenn mir das gelingt, werden wir beide aufbrechen, den grauen Nebel, der noch immer große Teile unserer persönlichen Landkarte bedeckt, weiter zurückzudrängen und ein weiteres Stück Welt zu entdecken.

Die Stimmung in Bangkok ist farbenfroh

Meine Idee wäre ja jetzt ein Flug nach Bangkok und von dort aus einfach weiterschauen. Da findet sich immer was. Erst mal der Khao-San Road einen Besuch abstatten, ein Leo oder ein Archa in der Gecko-Bad trinken und das ein oder andere Shirt im MBK kaufen. Ach wenn ich nur dran denke packt mich die Aufbruchsstimmung. In meinem Kopf klingen schon die melodischen Ansagen im Skytrain, oder der Metro: Sukhumvit, Siam Square, Silom, usw.

Oder der Geruch, wenn man an einer der Garküchen vorbeischlendert, wo irgendwer irgendwas Leckeres grillt…. von Insekten abgesehen…

Du siehst schon, ich bin in Stimmung und kann es kaum erwarten. Mit dieser aufkeimenden Energie wird auch meine Homepage wieder zum Leben erweckt und ich werde einiges nachholen, was ich bislang vernachlässigt habe.

Es kann also noch so einiges kommen.

Wer sich beim lesen meiner Beiträge etwas musikalische Untermalung wünscht, oder einfach eine Hilfestellung braucht um das Gefühl für unsere indische Reise zu bekommen, der braucht nunmehr nur noch auf „PLAY“ zu drücken. Dann wird er mit den rauen Stimmen von Krishna Das und Sting in Stimmung gebracht. Ich hab ja sonst nicht viel übrig für spirituelle Musik, aber wenn ich dieses Lied höre fühle ich mich direkt an Rishikesh, Varanasi und Haridwar erinnert. Hare Krishna!

Es war mal wieder einer dieser Momente: Man sitzt vorm PC, sollte eigentlich schon längst schlafen, aber irgendwie will man nicht aufstehen.

Am nächsten Morgen muss man zwar früh aufstehen, aber man nutzt die knappe Zeit um mit der Maus Vierecke auf den Desktop zu malen. Irgendwie ist einfach noch nicht die Zeit fürs Bett.

Nochmal schnell Spiegel-Online checken, nichts Neues. Bei Mydealz.de vorbeischauen, auch nichts Neues. Dann landet man irgendwie bei Amazon und klickt sich durch die Bücher. Kommt von Nietzsche auf Dieter Bohlen, von Bukowski auf Charlotte Roche. Irgendwann landet man dann bei einem Buch, dass man vorher noch nie gesehen hat, aber schon immer haben wollte.

Ich hatte dieses Erlebnis gestern im Doppelpack. Zwei Reiseautoren, deren farbenfrohe Berichte mein Bücherregal füllen, haben scheinbar je ein neues Buch geschrieben. Das eine ist schon draußen, das andere erscheint im März.

Triffst du Buddha, töte Ihn

Der eine ist Andreas Altmann,  von ihm habe ich bisher „Der Preis der Leichtigkeit“ und „Notbremse nicht zu früh ziehen“ gelesen. Sein Erzählstil ist zwar nicht ganz mein Geschmack, aber ich glaube ich habe ihn ‚mögen gelernt‘. Jedenfalls liegt sein neues Buch „Triffst du Buddha – töte ihn“ bereits in meinem Einkaufswagen, allerdings habe ich mich bisher nicht dazu durchringen können, die Bestellung auszuführen.  € 18,95 für 220 Seiten ist ein stolzer Preis! Klar, es ist gebunden, aber das ist mir eigentlich nicht wichtig. Mir geht es um den Inhalt und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass der 18,59€ wert ist. So werde ich erst mal abwarten. Vielleicht kann ich das Buch ja günstig bei ebay ersteigern, oder ich warte einfach auf die Taschenbuchversion.

Der Jesus vom Sexshop

 

 

Beim anderen handelt es sich um meinen waldecker Landsmann Helge Timmerberg. Er bereicherte mein Bücherregal um „In 80 Tagen um die Welt“, „Shiva Moon“ und „Tiger fressen keine Yogis“. In Shiva Moon war es nicht unangenehm, aber „In 80 Tagen um die Welt“ hatte schon eine deutliche, depressive Note. Früher war alles besser konnte man immer wieder zwischen den Zeilen lesen. Ich hoffe, dass sich dieser Pessimismus in seinem neuen Buch „Der Jesus vom Sex-Shop“ gelegt hat. Nicht nur der Untertitel „Stories von Unterwegs“ deutet auf Parallelen zu „Tiger fressen keine Yogis“ hin, auch das Titelbild wirkt zwar bunter, aber dennoch vertraut. Für ebenfalls  € 18,95 bekommt man hier lediglich gut 80 Seiten mehr. Preis-leitungsmäßig also auch kein Überflieger.

Anzeigetafel in Varanasi

Tadaa! Wir sind wieder da.

Es gibt zwar noch einige Geschichten, die erzählt werden wollen, aber ich möchte zuerst die gute Nachricht unserer glücklichen und sicheren Rückkehr bekannt geben.

Alles hat ganz wunderbar geklappt. Auf dem Weg zum Flughafen noch schnell die letzten Postkarten eingeworfen, pünktlich am Flughafen angekommen, dreist das Gepäck am Schalter für die Firstclass abgegeben und ein Erfrischungsgetränk genossen.

Pünktlich gestartet, noch pünktlicher gelandet. Kurz gewartet, das nächste Flugzeug bestiegen, nach dem Start eingenickt, von der Stewardess geweckt um die Sitzlehne für die Landung in Frankfurt in eine „upright position“ zu stellen.

Sanft gelandet, freudig empfangen und festgestellt, dass wohl mein Portemonnaie auf einem der vielen Schritte auf der Strecke geblieben ist…

Glück im Unglück: Es war nahezu leer, nur um die Kredit- und Maestrokarten ist’s a’weng schad…

Seit der Landung umtreibt mich eine gewisse Wehmut. Am liebsten würde ich sofort wieder zurück. Oder nach Thailand. Auf jeden Fall möchte ich wieder unterwegs sein.

Klar freue ich mich meine Familie wieder zu sehen, aber irgendwo muss wohl einer meiner unzähligen Vorfahren ein Nomade gewesen sein.

Jetzt bin ich erstmal wieder zu Hause und mache das Beste draus.

Heimlich schau ich aber schon wieder nach Flügen und werde bestimmt bald fündig werden.

Ihr werdet es aber mit Sicherheit als erste erfahren.

Vielen Dank fürs treue Mitlesen,

Christian

Flo und Samantha vor dem Hubschräuberle

Es ist Donnerstag der 18. Februar, 14:02. Samantha, Flo und ich, wir sitzen im Flughafenrestaurant von Bagdogra. Im Gegensatz zu Varanasi kann dieses Restaurant auch tatsächlich mit essbaren Dingen dienen.
Die Cola schmeckt auch ganz gut. Alles also ganz normal.
Weniger normal, zumindest für uns, war die Anreise im Helikopter. Dekadent wie wir sind, haben wir uns einfach einfliegen lassen.
Leider waren nur 10kg Gepäck pro Person erlaubt, so mussten wir die Dekadenz noch ein Stückchen weitertreiben und haben ein Taxi nur mit unserem Gepäck ins Tal geschickt.
Ob sich das Ganze gelohnt hat? Ich weiß nicht. Es war schon toll und ich würde es wohl wieder machen, allerdings wäre ich auch mit der Autofahrt glücklich gewesen.
Aber was soll ich sagen? Man hat nicht oft die Gelegenheit mit dem Hubschrauber durch den Himalaja zu düsen.
Fünfunddreißig Minuten hat der Spaß gedauert und hat insgesamt (Tickets für uns beide, Taxi zum Helipad und Taxi fürs Gepäck) rund 6000 Rupies gekostet. Das sind ca. 100€.
Was hätte der Spaß wohl in Deutschland gekostet? Allein das Taxi, welches vier Stunden unser Gepäck durch die Gegend gefahren hat wäre deutlich teurer gewesen!

Ausblick kurz vor der Landung

Der Flug war auch insgesamt sehr gemütlich. Wir hatten drei Asiatinnen als Mitpassagiere in der Kabine. Dem Aussehen nach kam die eine aus Japan, die andere aus Thailand und die dritte kam definitiv aus Taiwan, wohnt jetzt aber in LA. Letztere ist eben diese Samantha mit der wir jetzt gemeinsam auf Plastikstühlen an Plastiktischen mit Plastikdecken sitzen und auf unsere Flüge warten.
Wie wir, fliegt auch Samantha nach Delhi. Allerdings fliegt sie mit Kingfisher um 15:30 und wir mit Spicejet um 16:00.
Sie war fünf Monate in Dharamsala und hat dort tibetisch gelernt. Jetzt will sie für eine weitere Lektion dorthin zurück um dann nach einem Monat wieder in die USA zu fliegen.
In der Zwischenzeit hält sie sich mit allerlei probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln fit.
Wir drei sitzen jetzt also noch knapp ein Stündchen hier fest. Dann geht es weiter dem Ende entgegen.
Schon am 20.02 geht unser Flug zurück nach Deutschland. Langsam kommt auch ein bisschen Wehmut auf, aber zu Hause ist es ja doch am schönsten!
Drückt uns die Daumen für den Flug und ich werde versuchen heut noch einen Text über unseren Ausflug zum Tsomgo-Lake zu verfassen.

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